Flachland-Mähwiese
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Mähwiesenprojekte


Was sind Flachland- und Berg-Mähwiesen?

Flachland- und Bergmähwiesen sind sehr artenreiche Lebensräume, die durch ihre große Anzahl an bunten Blütenpflanzen viele Insekten wie Schmetterlinge, Wildbienen und Heuschrecken anlocken. Zum Erhalt dieser Mähwiesen ist, wie der Name schon sagt, eine extensive Bewirtschaftung mit meist ein- bis zweischüriger Mahd nötig. Ohne diese oft schon sehr langjährige und an den Lebensraum angepasste Bewirtschaftung würde es keine Mähwiesen geben. Nur die gute und langjährige Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Naturschutz macht den dauerhaften Erhalt der Mähwiesen möglich.

Aufgrund ihres Artenreichtums unterliegen Mähwiesen dem gesetzlichen Schutz nach Art. 23 BayNatSchG („arten- und strukturreiches Dauergrünland“) und nach Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie (Anhang I Lebensraumtypen „6510 – Magere Flachland-Mähwiesen“ und „6520 - Berg-Mähwiesen“)

Jedoch ist die Anzahl der Mähwiesen in Deutschland und insbesondere in Bayern in den letzten Jahren sehr stark zurückgegangen. Grund dafür ist eine zu intensive Bewirtschaftung. Diese Gefährdung der artenreichen und gesetzlich geschützten Mähwiesen veranlasst die Regierung von Oberbayern dazu, Projekte zum Schutz dieser Lebensräume durchzuführen.

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Was sind Mähwiesenprojekte?

Derzeit plant die Regierung von Oberbayern sechs Mähwiesenprojekte, die im Frühjahr 2022 starten und vom Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz finanziert werden. Die Projektgebiete wurden zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden ausgewählt.

Mit den Projekten soll erreicht werden, dass der Kenntnisstand zum Erhaltungszustand und zu der Anzahl bestehender Mähwiesen verbessert wird. Außerdem sollen gezielte Maßnahmen zum Schutz bestehender Mähwiesen, aber auch zur Entwicklung neuer Mähwiesen durchgeführt werden. Ein weiteres Ziel ist die gesellschaftliche Inwertsetzung der Leistungen der Landwirtschaft für den Erhalt der Artenvielfalt, denn wie schon erwähnt würde es ohne Landwirte keine Mähwiesen geben. Die Landwirtschaft ist hier ein guter und sehr geschätzter Partner des Naturschutzes. Daher wollen wir gezielt Landwirte über bestehende Fördermöglichkeiten beraten.

Wie wollen wir unsere Ziele erreichen?

Uns ist wichtig, dass alle Betroffene rechtzeitig und ausführlich über die Projekte informiert werden. Daher gibt es zum Start jedes Projektes eine Öffentlichkeitsveranstaltung und einen Infoflyer.

Im nächsten Schritt werden in den ausgewählten Projektgebieten bestehende Mähwiesen erfasst und bewertet. Zudem werden Standorte gesucht, an denen eine Entwicklung zu einer Mähwiese möglich wäre. Als nächstes werden die Bewirtschafter/Eigentümer der Flächen angesprochen und dazu beraten, welche Fördermöglichkeiten bestehen und welche Maßnahmen eventuell nötig sind, um eine Mähwiese aus naturschutzfachlicher Sicht zu optimieren.

Als projektbegleitende Öffentlichkeitsarbeit werden Exkursionen angeboten. Diese richten sich zum einen an interessierte Anwohner, aber auch explizit an Landwirte und deren Familien. In jedem Projektgebiet werden zudem Infotafeln aufgestellt und für jedes Gebiet wird ein Flyer mit den schönsten Wiesenwanderungen angefertigt.