Durchführung der Kenntnisprüfung für Zahnärztinnen und Zahnärzte – Informationen für die Prüfungsteilnehmer/innen


Ausgangslage:

Antragstellerinnen und Antragstellern, die ihre Ausbildung außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes oder der Schweiz abgeschlossen haben (Drittland), kann – bei Vorliegen aller anderen Voraussetzungen – die zahnärztliche Approbation nur erteilt werden, wenn sie über einen gleichwertigen Ausbildungsstand verfügen (§ 2 Abs. 3 Satz 1 i. V. m. Abs. 2 Sätze 2 bis 6, 8 und 9 des Gesetzes über die Ausübung der Zahnheilkunde- ZHG).

Ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nicht gegeben oder ist sie nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand feststellbar, müssen Antragsteller nachweisen, dass sie über die Kenntnisse und Fähigkeiten verfügen, die zur Ausübung des zahnärztlichen Berufs erforderlich sind (§ 2 Abs. 2 Satz 6 bzw. Abs. 3 Satz 4 ZHG). Dieser Nachweis wird durch das Ablegen einer Kenntnisprüfung erbracht, die sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung bezieht (§ 2 Abs. 3 Satz 3 ZHG i. V. m. §§ 104 ff. ZApprO).

Einzelheiten zur Kenntnisprüfung:
 

Die Kenntnisprüfung erfolgt vor einer von der Regierung von Oberbayern bestellten staatlichen Prüfungskommission. Sie findet an einer der vier bayerischen Universitäten mit zahnmedizinischer Fakultät statt. Die Zuteilung erfolgt in der Regel abhängig vom Wohnort der Antragsteller/-innen. Die Organisation und Durchführung der Prüfungen obliegt den an den Universitäten zuständigen Stellen.

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Die Prüfung richtet sich nach §§ 104 - 118 der Approbationsordnung für Zahnärzte und Zahnärztinnen (ZApprO). Sie umfasst gemäß § 104 ZApprO einen schriftlichen Abschnitt, einen mündlichen Abschnitt und einen praktischen Abschnitt.

Die Kenntnisprüfung umfasst folgende Prüfungsteile:

  • Zahnärztliche Prothetik
  • Kieferorthopädie
  • Zahnärztliche Chirurgie
  • Fächergruppe Zahnerhaltung

Ergänzend sollen auch Fragen zur Notfallmedizin, klinischen Pharmakologie, Pharmakotherapie, Hygiene und zu Rechtsfragen der zahnärztlichen Berufsausübung gestellt werden.

In der Kenntnisprüfung hat die antragstellende Person zu zeigen, dass sie über die Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten, auch in der zahnärztlichen Gesprächsführung, verfügt, die zur Ausübung des zahnärztlichen Berufs erforderlich sind.

Die Prüfung wird in folgender Reihenfolge durchgeführt:
Schriftlicher Abschnitt – Mündlicher Abschnitt – Praktischer Abschnitt.
Die Antragsteller werden in Gruppen zu nicht mehr als vier antragstellenden Personen gleichzeitig geprüft.

1. Schriftlicher Abschnitt
Im schriftlichen Abschnitt der Kenntnisprüfung hat die antragstellende Person unter Aufsicht eine schriftliche Behandlungsplanung für eine Befundsituation zu erstellen. Sie hat dazu auf der Grundlage der vorhandenen Modellunterlagen, des Röntgenbefundes, des Parodontalstatus und unter Verwendung der zur Verfügung gestellten Hilfsmittel innerhalb von 45 Minuten mindestens zwei Behandlungsvorschläge schriftlich zu entwickeln und zu begründen.

2. Mündlicher Abschnitt
Der mündliche Abschnitt der Kenntnisprüfung wird in Form eines Prüfungsgesprächs durchgeführt. Das Prüfungsgespräch bezieht sich auf die aufgeführten Fächer und genannten weiteren Prüfungsinhalte sowie auf das gegebenenfalls weitere festgelegte Fach oder festgelegten weiteren Querschnittsbereich. In das Prüfungsgespräch kann die im schriftlichen Abschnitt der Kenntnisprüfung nach zu erstellende schriftliche Behandlungsplanung einbezogen werden.

Jedes Prüfungsgespräch dauert mindestens 60 und höchstens 90 Minuten je antragstellender Person.

3. Praktischer Abschnitt
Im praktischen Abschnitt der Kenntnisprüfung wird die antragstellende Person anhand standardisierter Ausbildungssituationen geprüft. In der Prüfung hat die antragstellende Person unter simulierten Bedingungen einer zahnärztlichen Praxis die in § 110 Abs. 1 Nr. 1-3 ZApprO aufgeführten oder vergleichbare zahnärztliche Leistungen in den Fächern Zahnärztliche Prothetik, Zahnerhaltung sowie Oralchirurgie und Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie zu erbringen.

Der praktische Abschnitt dauert im Fach Zahnärztliche Prothetik etwa zwei Stunden, in der Fächergruppe Zahnerhaltung etwa zwei Stunden und in den Fächern Oralchirurgie und Mund, Kiefer- und Gesichtschirurgie insgesamt etwa eine Stunde.

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Für die Teilnahme an der Kenntnisprüfung entstehen zusätzliche Kosten in Höhe von ca. 1300 Euro, die Ihnen nach Abschluss des Verfahrens in Rechnung gestellt werden. Bei Rücktritt vor Beginn der Kenntnisprüfung, Nichterscheinen oder verspätetem Erscheinen mit der Folge, dass die Prüfung nicht mehr durchgeführt werden kann, können außerdem Kosten von Ihnen erhoben werden, insbesondere, wenn bereits Aufwendungen für die Organisation der Prüfung durch das Zusammentreten der Prüfungskommission entstanden sind.

Bitte beachten Sie, dass bei der Teilnahme an der Wiederholungsprüfung weitere Auslagen in Höhe der Prüfungskosten anfallen.

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Zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung empfehlen wir Ihnen – soweit dies noch nicht erfolgt ist – berufspraktische Erfahrung im Rahmen einer Erlaubnis nach § 13 ZHG als Zahnarzt/Zahnärztin zu sammeln.

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Wenn Sie bereit sind, die Kenntnisprüfung abzulegen, müssten Sie den Antrag zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung vollständig ausgefüllt und unterschrieben an uns übersenden. Ein Anspruch auf die Verlängerung einer vorübergehenden Berufserlaubnis wegen der Teilnahme an der Kenntnisprüfung besteht grundsätzlich nicht. Eine Verlängerung ist jedenfalls dann ausgeschlossen, wenn die Beantragung nicht zeitnah erfolgt (in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der vorübergehenden Ausübung des zahnärztlichen Berufs).

Bitte beachten Sie:

Die Ladung zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung erfolgt durch die für Sie zuständige Universität. Bis zum Abschluss der Kenntnisprüfung erhalten Sie alle weiteren Informationen sowie die Ladung zu den einzelnen Prüfungsteilen der Kenntnisprüfung von dort. Die Kenntnisprüfung wird innerhalb von 1 bis 6 Monaten nachdem Sie zur Prüfung angemeldet worden sind, beginnen. Wunschtermine sind nicht möglich.

Ein Rücktritt von der Prüfung richtet sich nach der Vorschrift § 116 ZApprO. Demnach kann der Rücktritt nur genehmigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und wenn dieser unverzüglich erfolgt ist. Bei Nichtgenehmigung des Rücktritts wird die Prüfung allein aufgrund der unterlassenen Teilnahme an der Prüfung als nicht bestanden bewertet.

Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein, an der Kenntnisprüfung teilzunehmen, so müssen das Prüfungsamt und die Regierung von Oberbayern unverzüglich per schriftlichem Rücktrittsgesuch darüber informiert werden und es muss unverzüglich ein ärztliches Attest über die Prüfungsunfähigkeit am Prüfungstag (eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genügt hierbei nicht) bei der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden. Die Regierung von Oberbayern entscheidet über die Genehmigung des Rücktrittsgesuches. Sollte dieses nicht genehmigt werden, so gilt die Kenntnisprüfung als nicht bestanden.

Ab dem zweiten Rücktrittsgesuch ist zwingend umgehend ein amtsärztliches Attest vorzulegen. Darüber hinaus kann bei Zweifeln an der Prüfungsunfähigkeit bzw. bei Zweifeln an der gesundheitlichen Eignung zur Berufsausübung vor erneuter Ladung zur Kenntnisprüfung ein fachärztliches Attest bzw. eine ärztliche Begutachtung verlangt werden.

Sollten Sie aus anderen Gründen nicht an der Kenntnisprüfung teilnehmen können, so ist dies ebenfalls dem Prüfungsamt und der Regierung von Oberbayern unverzüglich schriftlich unter Vorlage entsprechender Nachweise anzuzeigen. Eine Abmeldung über E-Mail genügt nicht. Bei dringenden Fällen sollte diese jedoch zusätzlich versandt werden.

Eine Verlängerung der Berufserlaubnis über die gesetzlich vorgesehenen 2 Jahre hinaus wird auch bei einem genehmigten Rücktritt von der Kenntnisprüfung nicht erfolgen.

Spätestens vor Beginn des praktischen Abschnitts setzen Sie sich bitte nach vorheriger Terminvereinbarung mit dem Vorsitzenden der Prüfungskommission oder seinem Stellvertreter in Verbindung und besprechen mit ihm, ob und gegebenenfalls welche Behandlungsinstrumente von Ihnen für den praktischen Teil der Prüfung selbst zu stellen sind.

Die Prüfungskommission trifft für jeden Prüfungsteil die Feststellung, ob ausreichende Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten vorliegen. Die Prüfungsleistung wird mit „bestanden“ oder „nicht bestanden“ bewertet; eine Notenvergabe erfolgt nicht. Innerhalb eines Prüfungsteils werden die einzelnen Prüfungsfächer nicht gesondert bewertet. Die Kenntnisprüfung wird beendet, sobald sich im schriftlichen oder mündlichen Abschnitt ergibt, dass die Gleichwertigkeit des Kenntnisstandes nicht gegeben ist.

Das zuständige Prüfungsamt teilt der Regierung von Oberbayern anschließend das Ergebnis der Kenntnisprüfung mit. Wenn Sie die Kenntnisprüfung bestanden haben und alle anderen Voraussetzungen ebenfalls vorliegen, wird Ihnen die Approbation erteilt und die Approbationsurkunde übersandt.

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Jeder nicht bestandene Abschnitt der Kenntnisprüfung kann jeweils zweimal wiederholt werden (vgl. § 118 ZApprO). Bereits bestandene Prüfungsteile müssen nicht wiederholt werden. Bei der Teilnahme an einer Wiederholungsprüfung fallen für die zu wiederholenden Prüfungsteile erneut Prüfungskosten an. Für die weitere Teilnahme ist Ihr schriftliches Einverständnis erforderlich.

Hinweis:
Sollte sich zwischenzeitlich Ihre Anschrift ändern, so teilen Sie dies bitte unverzüglich der Regierung von Oberbayern und dem für Sie zuständigen Prüfungsamt mit.

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