Durchführung der Kenntnisprüfung für Apotheker/-innen – Informationen für die Prüfungsteilnehmer/innen


Ausgangslage:

Antragstellerinnen und Antragstellern, die ihre Ausbildung außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes abgeschlossen haben, kann – bei Vorliegen aller anderen Voraussetzungen – die Approbation nur dann erteilt werden, wenn sie über einen gleichwertigen Ausbildungsstand verfügen (§ 4 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 i. V. m. Abs. 3 Satz 1 BApO).

Ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nicht gegeben oder ist sie nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand feststellbar, muss ein gleichwertiger Kenntnisstand (§ 4 Abs. 3 Satz 4 i. V. m. Abs. 2 Satz 6 BApO) nachgewiesen werden. Dieser Nachweis wird durch das Ablegen einer Kenntnisprüfung erbracht, die sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung erstreckt (§ 4 Abs. 3 Satz 3 BApO i.V.m. § 22d AAppO).

Einzelheiten zur Kenntnisprüfung:
 

Die Kenntnisprüfung erfolgt vor einer von der Regierung von Oberbayern bestellten staatlichen Prüfungskommission. Die Prüfungen finden in München oder Regensburg statt. Die Durchführung und Organisation obliegt dem Landesprüfungsamt für Pharmazie.

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Die Kenntnisprüfung erstreckt sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung. Die Kenntnisprüfung ist eine mündliche Prüfung, die an einem Tag stattfindet. Sie dauert für jede Antragstellerin bzw. für jeden Antragsteller mindestens 30, höchstens 60 Minuten. Sie werden entweder einzeln geprüft oder in Gruppen von bis zu maximal vier Prüflingen. Die Prüfung ist nicht öffentlich.

Sie müssen die Prüfung in folgenden Fächern ablegen:

  • Pharmazeutische Praxis
  • Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker
  • ggf. ein von der Regierung von Oberbayern zuvor im Bescheid gem. § 4 Abs. 2 Satz 8 BApO festgelegtes Fach, in dem wesentliche Defizite festgestellt wurden.

Den Prüfungsstoff der Fächer Pharmazeutische Praxis und Spezielle Rechtsgebiete für Apotheker können Sie der Anlage 15 zur Approbationsordnung für Apotheker (AAppO) entnehmen.

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Wenn Sie die Kenntnisprüfung ablegen, entstehen neben den Verwaltungsgebühren Auslagen für die Teilnahme an der Kenntnisprüfung i. H. v. bis zu 690 Euro pro Teilnahme.

Bei Rücktritt vor Beginn der Kenntnisprüfung, Nichterscheinen oder verspätetem Erscheinen mit der Folge, dass die Prüfung nicht mehr durchgeführt werden kann, können außerdem Kosten von Ihnen erhoben werden, insbesondere wenn bereits Aufwendungen für die Organisation der Prüfung durch das Zusammentreten der Prüfungskommission entstanden sind.

Bitte beachten Sie, dass bei der Teilnahme an der Wiederholungsprüfung weitere Auslagen in Höhe der Prüfungskosten anfallen.

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Zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung empfehlen wir Ihnen – soweit dies noch nicht erfolgt ist – berufspraktische Erfahrung im Rahmen einer Erlaubnis nach § 11 BApO als Apotheker/-in unter Aufsicht zu sammeln.

Außerdem weisen wir auf die Möglichkeit der Teilnahme an den begleitenden Unterrichtsveranstaltungen der Bayerischen Landesapothekerkammer hin.
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.blak.de/studium-ausbildung/pharmazeuten-im-praktikum-phip/begleitenderunterricht

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Für die Teilnahme an der Kenntnisprüfung ist zusätzlich zu Ihrem Approbationsantrag ein gesonderter Antrag zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung vollständig ausgefüllt und unterschrieben an uns zu übersenden. Diesen Antrag erhalten Sie von der Regierung von Oberbayern nach Einreichung Ihres Approbationsantrages.

Nach Eingang dieses Antrages geben wir Ihre Akte an das für die Durchführung der Kenntnisprüfungen zuständige Landesprüfungsamt für Pharmazie an der Regierung von Oberbayern (LPA). Von nun an bis zum Abschluss der Kenntnisprüfung erhalten Sie die weiteren Informationen vom LPA.

Es wird darauf hingewiesen, dass ein Anspruch auf die Verlängerung einer vorübergehenden Berufserlaubnis wegen der Teilnahme an der Kenntnisprüfung grundsätzlich nicht besteht. Eine Verlängerung der Berufserlaubnis ist jedenfalls dann ausgeschlossen, wenn die Beantragung der Teilnahme an der Kenntnisprüfung nicht zeitnah (in der Regel von 6 Monaten nach Beginn der vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufs) erfolgt.

Bitte beachten Sie:
 
Vom LPA erfolgt auch die förmliche Ladung zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung. Die Kenntnisprüfung wird normalerweise innerhalb von 1-3 Monaten erfolgen, nachdem das LPA über Ihre Teilnahme an der Kenntnisprüfung informiert wurde. Wunschtermine sind nicht möglich.
 
Ein Rücktritt von der Prüfung richtet sich nach der Vorschrift § 13 AAppO. Demnach kann der Rücktritt nur genehmigt werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt und wenn dieser unverzüglich erfolgt ist. Bei Nichtgenehmigung des Rücktritts wird die Prüfung allein aufgrund der unterlassenen Teilnahme an der Prüfung als nicht bestanden bewertet. Daher sollten Sie unter Einhaltung etwaiger Fristen (insb. Anhörungsfristen) darauf achten, dass Sie sich erst zur Kenntnisprüfung anmelden, wenn Sie bereit sind, auch die Prüfung abzulegen.
 
Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein, an der Kenntnisprüfung teilzunehmen, so müssen das Prüfungsamt und die Regierung von Oberbayern unverzüglich per schriftlichem Rücktrittsgesuch darüber informiert werden und es muss unverzüglich ein ärztliches Attest über die Prüfungsunfähigkeit am Prüfungstag (eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genügt hierbei nicht), bei der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden. Die Regierung von Oberbayern entscheidet über die Genehmigung des Rücktrittsgesuches. Sollte dieses nicht genehmigt werden, so gilt die Kenntnisprüfung als nicht bestanden.  
Ab dem zweiten Rücktrittsgesuch ist zwingend umgehend ein amtsärztliches Attest vorzulegen. Darüber hinaus kann bei Zweifeln an der Prüfungsunfähigkeit bzw. bei Zweifeln an der gesundheitlichen Eignung zur Berufsausübung vor erneuter Ladung zur Kenntnisprüfung ein fachärztliches Attest bzw. eine ärztliche Begutachtung verlangt werden.  

Sollten Sie aus anderen Gründen nicht an der Kenntnisprüfung teilnehmen können, so ist dies ebenfalls dem Prüfungsamt und der Regierung von Oberbayern unverzüglich schriftlich unter Vorlage entsprechender Nachweise anzuzeigen. Eine Abmeldung über E-Mail genügt nicht. Bei dringenden Fällen sollte diese jedoch zusätzlich versandt werden.

Eine Verlängerung der Berufserlaubnis über die gesetzlich vorgesehenen 2 Jahre hinaus kann auch bei einem genehmigten Rücktritt von der Kenntnisprüfung nicht erfolgen.   

Die Kenntnisprüfung gilt als erfolgreich abgelegt, wenn die Prüfungskommission in einer Gesamtbetrachtung die Leistungen in den einzelnen geprüften Fächern als bestanden bewertet. Eine Notenvergabe erfolgt nicht.

Das zuständige Prüfungsamt teilt der Regierung von Oberbayern anschließend das Ergebnis der Kenntnisprüfung mit. Wenn Sie die Kenntnisprüfung bestanden haben und alle anderen Voraussetzungen ebenfalls vorliegen, wird Ihnen die Approbation erteilt und die Approbationsurkunde übersandt.

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Sollten Sie die Kenntnisprüfung nicht bestanden haben, können Sie die Kenntnisprüfung zweimal wiederholen. Zu einer weiteren Teilnahme wird die Regierung von Oberbayern Sie um Ihr schriftliches Einverständnis bitten.

Bei einer Wiederholungsprüfung müssen alle Prüfungsfächer neu geprüft und die Prüfung insgesamt bestanden werden.

Hinweis:
Sollte sich zwischenzeitlich Ihre Anschrift ändern, so teilen Sie dies bitte unverzüglich der Regierung von Oberbayern und dem für Sie zuständigen Prüfungsamt mit.

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