Durchführung der Kenntnisprüfung für Ärztinnen und Ärzte – Informationen für die Prüfungsteilnehmer/innen


Ausgangslage:

Antragstellerinnen und Antragstellern, die ihre Ausbildung außerhalb der Europäischen Union und des Europäischen Wirtschaftsraumes abgeschlossen haben, kann – bei Vorliegen aller anderen Voraussetzungen – die ärztliche Approbation nur erteilt werden, wenn sie über einen gleichwertigen Ausbildungsstand verfügen (§ 3 Abs. 1 Satz 1 Nr. 4 i. V. m. Abs. 3 Satz 1 BÄO).

Ist die Gleichwertigkeit des Ausbildungsstandes nicht gegeben oder ist sie nur mit unangemessenem zeitlichen oder sachlichen Aufwand feststellbar, muss ein gleichwertiger Kenntnisstand nachgewiesen werden (§ 3 Abs. 2 Satz 6 i. V. m. Abs. 3 Satz 4 BÄO). Dieser Nachweis wird durch das Ablegen einer Kenntnisprüfung erbracht, die sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung erstreckt (§ 3 Abs. 3 Satz 3 BÄO i.V.m. § 37 ÄAprO).

Einzelheiten zur Kenntnisprüfung:
 


Die Kenntnisprüfung erfolgt vor einer von der Regierung von Oberbayern bestellten staatlichen Prüfungskommission. Sie findet an einer von insgesamt fünf bayerischen Universitäten statt. Die Zuteilung erfolgt in der Regel abhängig vom Wohnort der Antragsteller/-innen. Für die Organisation und Durchführung der Prüfung sind die bei diesen Universitäten bestehenden medizinischen Prüfungsämter zuständig.

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Die Kenntnisprüfung erstreckt sich auf den Inhalt der staatlichen Abschlussprüfung.

Die Kenntnisprüfung ist eine mündlich-praktische Prüfung mit Patientenvorstellung, die an einem Tag stattfindet. Sie dauert bei maximal vier Prüflingen für jeden Prüfling mindestens 60, höchstens 90 Minuten. In der Prüfung hat der/die Antragsteller/in fallbezogen zu zeigen, dass er/sie über die Kenntnisse und Fähigkeiten, auch in der ärztlichen Gesprächsführung, verfügt, die zur Ausübung des ärztlichen Berufs erforderlich sind. Der Prüfling hat über den Patienten einen Bericht zu fertigen, der Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan sowie eine Epikrise des Falles enthält. Der Bericht ist unverzüglich nach Fertigstellung von einem Mitglied der Prüfungskommission gegenzuzeichnen und beim Prüfungstermin vorzulegen. Er ist Gegenstand der Prüfung und in die Bewertung einzubeziehen.

Die Prüfung bezieht sich auf die Fächer Innere Medizin und Chirurgie. Die Fragestellungen sollen ergänzend die Aspekte Notfallmedizin, Klinische Pharmakologie/Pharmakotherapie, Bildgebende Verfahren, Strahlenschutz und Rechtsfragen der ärztlichen Berufsausübung berücksichtigen. Die Fragestellungen sind zunächst auf die Patientenvorstellung zu beziehen. Dann sind dem Antragsteller fächerübergreifend weitere praktische Aufgaben mit Schwerpunkt auf die für den ärztlichen Beruf wichtigsten Krankheitsbilder und Gesundheitsstörungen zu stellen.

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Wenn Sie die Kenntnisprüfung ablegen, entstehen neben den Verwaltungsgebühren Auslagen für die Kenntnisprüfung i. H. v. ca. 520 Euro. Bei Rücktritt vor Beginn der Kenntnisprüfung, Nichterscheinen oder verspätetem Erscheinen mit der Folge, dass die Prüfung nicht mehr durchgeführt werden kann, können außerdem Kosten von Ihnen erhoben werden, insbesondere, wenn bereits Aufwendungen für die Organisation der Prüfung durch das Zusammentreten der Prüfungskommission entstanden sind.

Bitte beachten Sie, dass bei der Teilnahme an der Wiederholungsprüfung weitere Auslagen in Höhe der Prüfungskosten anfallen.

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Zur Vorbereitung auf die Kenntnisprüfung empfehlen wir Ihnen – soweit dies noch nicht erfolgt ist – berufspraktische Erfahrung im Rahmen einer Erlaubnis nach § 10 BÄO als Arzt/Ärztin zu sammeln.

Außerdem weisen wir auf die Möglichkeit der Teilnahme an Vorbereitungskursen auf die ärztliche Kenntnisprüfung von MED-International hin, das am Institut für Didaktik und Ausbildungsforschung in der Medizin (DAM) am Klinikum der Universität München (KUM) angesiedelt ist. Weitere Informationen dazu finden Sie unter:
http://www.klinikum.uni-muenchen.de/MED-International-LMU/de/kursangebot/index.html

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Wenn Sie bereit sind, die Kenntnisprüfung abzulegen, müssten Sie den Antrag zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung vollständig ausgefüllt und unterschrieben an uns übersenden. Ein Anspruch auf die Verlängerung einer vorübergehenden Berufserlaubnis wegen der Teilnahme an der Kenntnisprüfung besteht grundsätzlich nicht. Eine Verlängerung ist jedenfalls dann ausgeschlossen, wenn die Beantragung nicht zeitnah erfolgt (in der Regel innerhalb von 6 Monaten nach Beginn der vorübergehenden Ausübung des ärztlichen Berufs).

Bitte beachten Sie:

Die Ladung zur Teilnahme an der Kenntnisprüfung erfolgt durch das Prüfungsamt der für Sie zuständigen Universität. Die Kenntnisprüfung wird dann innerhalb von 1 bis 6 Monaten erfolgen, nachdem das Prüfungsamt über Ihre Teilnahme an der Kenntnisprüfung informiert wurde. Wunschtermine sind nicht möglich.

Nach der für die Kenntnisprüfung einschlägigen Bestimmung des § 37 Abs. 3 Satz 3 ÄAppO gelten die in dieser Verordnung geregelten Bestimmungen bezüglich des Rücktritts von der Prüfung (§ 18 ÄAppO) entsprechend. Gemäß § 18 Abs. 1 S. 3 ÄAppO kann der Rücktritt nur genehmigt werden, wenn die Erklärung des Rücktritts unverzüglich erfolgt ist und ein wichtiger Grund für die Nichtteilnahme an der Kenntnisprüfung vorliegt. Bei Nichtgenehmigung des Rücktritts wird die Prüfung allein aufgrund der unterlassenen Teilnahme an der Prüfung als nicht bestanden bewertet.

Sollten Sie aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage sein, an der Kenntnisprüfung teilzunehmen, so müssen das Prüfungsamt und die Regierung von Oberbayern unverzüglich per schriftlichem Rücktrittsgesuch darüber informiert werden und es muss unverzüglich ein ärztliches Attest über die Prüfungsunfähigkeit am Prüfungstag (eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung genügt hierbei nicht) bei der Regierung von Oberbayern vorgelegt werden. Die Regierung von Oberbayern entscheidet über die Genehmigung des Rücktrittsgesuches. Sollte dieses nicht genehmigt werden, so gilt die Kenntnisprüfung als nicht bestanden.
Ab dem zweiten Rücktrittsgesuch ist zwingend umgehend ein amtsärztliches Attest vorzulegen. Darüber hinaus kann bei Zweifeln an der Prüfungsunfähigkeit bzw. bei Zweifeln an der gesundheitlichen Eignung zur Berufsausübung vor erneuter Ladung zur Kenntnisprüfung ein fachärztliches Attest bzw. eine ärztliche Begutachtung verlangt werden.

Sollten Sie aus anderen Gründen nicht an der Kenntnisprüfung teilnehmen können, so ist dies ebenfalls dem Prüfungsamt und der Regierung von Oberbayern unverzüglich schriftlich unter Vorlage entsprechender Nachweise anzuzeigen. Eine Abmeldung über E-Mail genügt nicht. Bei dringenden Fällen sollte diese jedoch zusätzlich versandt werden.

Eine Verlängerung der Berufserlaubnis über die gesetzlich vorgesehenen 2 Jahre hinaus kann auch bei einem genehmigten Rücktritt von der Kenntnisprüfung nicht erfolgen.

Die Kenntnisprüfung gilt als erfolgreich abgelegt, wenn die Prüfungskommission in einer Gesamtbetrachtung die Patientenvorstellung und die Leistungen in den einzelnen geprüften Fächern und Querschnittsbereichen als bestanden bewertet. Eine Notenvergabe erfolgt nicht.

Das zuständige Prüfungsamt teilt der Regierung von Oberbayern anschließend das Ergebnis der Kenntnisprüfung mit. Wenn Sie die Kenntnisprüfung bestanden haben und alle anderen Voraussetzungen ebenfalls vorliegen bzw. nachgewiesen werden, wird Ihnen die Approbation erteilt und die Approbationsurkunde übersandt.

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Sollten Sie die Kenntnisprüfung nicht bestanden haben, können Sie die Kenntnisprüfung zweimal wiederholen. Zu einer weiteren Teilnahme wird die Regierung von Oberbayern Sie um Ihr schriftliches Einverständnis bitten.

Bei einer Wiederholungsprüfung müssen alle Prüfungsfächer neu geprüft und die Prüfung muss insgesamt bestanden werden.

Hinweis:
Sollte sich zwischenzeitlich Ihre Anschrift ändern, so teilen Sie dies bitte unverzüglich der Regierung von Oberbayern und dem für Sie zuständigen Prüfungsamt mit.

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