Ingenieur/Ingenieurin; Beantragung der Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung

Wenn Sie in Deutschland die Berufsbezeichnung Ingenieurin oder Ingenieur führen möchten, die dazugehörige Ausbildung jedoch im Ausland absolviert haben, benötigen Sie zum Führen der Berufsbezeichnung eine Genehmigung.

Beschreibung

Nach dem Bayerischen Ingenieurgesetz (BayIngG) darf die Berufsbezeichnung Ingenieurin oder Ingenieur (allein oder in einer Wortverbindung) führen, wer ein grundständiges Studium (in der Regel Bachelor) an einer staatlichen oder staatlich anerkannten deutschen Hochschule mit Erfolg abgeschlossen hat. Es muss sich hierbei um ein Studium handeln:

  • in einer technisch-naturwissenschaftlichen Fachrichtung,
  • das eine Regelstudienzeit von mindestens sechs Semestern in Vollzeit aufweist und mit dem bei Anwendung des ECTS-Systems mindestens 180 Punkte erworben werden können und
  • in dem die Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik überwiegen; diese Voraussetzung gilt nicht für das Führen der Berufsbezeichnung ausschließlich in der Wortverbindung Wirtschaftsingenieurin oder Wirtschaftsingenieur durch Personen, die ein grundständiges Studium des Wirtschaftsingenieurwesens absolviert haben.

Des Weiteren darf die Berufsbezeichnung führen,

  • wer nach Ausbildung im Ausland die Genehmigung hierzu erhalten hat,
  • wer nach dem Recht eines anderen Landes der Bundesrepublik Deutschland hierzu berechtigt ist oder
  • wer bis zum Inkrafttreten dieses Gesetzes hierzu berechtigt war.

Für Sie zuständig

  • Regierung von Schwaben - Sachgebiet 21 - Handel und Gewerbe, Energie

    Ansprechpartner
    Fröhlich, Birgit - Sachgebietsleiterin
    Telefon +49 (0)821 327-2246
    Fax +49 (0)821 327-2289
    E-Mail

    Die allgemeinen Besuchszeiten sind
    Montag bis Donnerstag 08:30 Uhr - 11:45 Uhr und 13:30 Uhr - 15:15 Uhr
    Freitag 08:30 Uhr - 12:30 Uhr
    sowie vorrangig nach persönlicher Terminvereinbarung.

    Die Pforte im Hauptgebäude ist zu folgenden Zeiten besetzt
    Montag bis Donnerstag 07:15 Uhr - 16:15 Uhr
    Freitag 07:15 Uhr - 14:30 Uhr

    Hausanschrift
    Fronhof 10
    86152 Augsburg
    Postanschrift
    86145 Augsburg
    Telefon +49 (0)821 327-01
    Fax +49 (0)821 327-2289

Voraussetzungen

Erlaubnisvoraussetzung ist die Gleichwertigkeit der Ausbildung, welche sich nach dem Bayerischen Ingenieurgesetz und dem Bayerischen Berufsqualifikationsfeststellungsgesetz richtet.

Die Gleichwertigkeit wird anhand des ausländischen Diploms und Fächerkatalogs geprüft; die Zentralstelle für ausländisches Bildungswesen in Bonn unterstützt hierbei fachlich.

Als für die Prüfung notwendige Unterlagen sind beglaubigte Kopien vom Diplom und Fächerkatalog erforderlich. Die Übersetzungen müssen von einem in Deutschland öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer gefertigt werden.

Verfahrensablauf

Wenn Sie die Ausbildung im Ausland absolviert haben, müssen Sie die Genehmigung zum Führen der Berufsbezeichnung „Ingenieur“ und „Ingenieurin“ bei der zuständigen Stelle beantragen.

  • Zuständige Stelle für Ingenieure der Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Gebäude und Versorgungstechnik oder Vermessungswesen ist die Bayerische Ingenieurekammer - Bau.
  • Für Ingenieure aller anderen Fachrichtungen ist die Regierung von Schwaben zuständig.

Bearbeitungsdauer

Dauer des Verfahrens: ca. 2 - 3 Monate nach Vorlage aller erforderlichen Unterlagen

Besondere Hinweise

Sie können in Bayern auch als Ingenieur/in arbeiten, wenn Sie keine Erlaubnis zum Führen der Berufsbezeichnung haben. Sie dürfen sich jedoch nicht „Ingenieur“ und „Ingenieurin“ nennen.

Erforderliche Unterlagen

  • Lebenslauf
  • Meldebescheinigung
  • Ausbildungsnachweis (Diplom usw.) in beglaubigter Kopie
  • Übersetzung des Ausbildungsnachweises (Diplom usw.) in beglaubigter Kopie
  • Fächerkatalog in beglaubigter Kopie
    Übersetzung durch einen öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer
  • Übersetzung des Fächerkatalogs in beglaubigter Kopie
    Übersetzung durch einen öffentlich bestellten und beeidigten Übersetzer
  • Geburtsurkunde/Heiratsurkunde
    (nur bei Namensänderungen erforderlich)
  • Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung im Ausbildungsstaat
    Nur im Falle einer Reglementierung im Ausbildungsstaat ist eine Bescheinigung über die Berechtigung zur Berufsausübung im Ausbildungsstaat vorzulegen

Formulare

Kosten

300,00 bis 800,00 Euro gemäß Kostenverzeichnis zum Kostengesetz (Tarif-Nr. 5.IV.4.)

Rechtsbehelf

Verwaltungsgerichtsprozess
verwaltungsgerichtliche Klage

Stand: 25.05.2020
Redaktionell verantwortlich: Bayerisches Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie (siehe BayernPortal)