Naturtourismus in Kommunen, Beantragung einer Förderung

Der Freistaat Bayern gewährt Zuwendungen für naturtouristische Vorhaben. Er unterstützt verschiedene Schritte von Kommunen im Naturtourismus und hilft dabei, maßgeschneiderte Angebote zu entwickeln und umzusetzen.

Beschreibung

Zweck

Zweck der Zuwendungen ist die Förderung kommunaler Maßnahmen für die Schaffung, den Ausbau und die Weiterentwicklung umwelt- und klimaverträglicher Naturerlebnis- und Naturtourismusangebote im Rahmen einer naturtouristischen Gesamtkonzeption.

Gegenstand

Gefördert werden:

  • Entwicklung von Naturtourismus- und Naturerlebniskonzepten sowie von Maßnahmen (durch Projektstelle oder externe Beratungsleistung)
  • Personalausgaben für Naturtourismuskoordinatoren (sog. „Management“)
  • Konzeption und Realisierung von naturtouristischen Angeboten im Rahmen eines einzureichenden naturtouristischen Gesamtkonzepts, z. B.:
    • Naturinformations- und Naturerlebnispfade (z. B. zur Vermittlung von Umweltwissen) und sonstige Einrichtungen zur Naturbeobachtung und -vermittlung.
    • Naturerlebnisrouten und -wege (z. B. Mountainbike-Trails, Schneeschuh- und Skitourenrouten, Winterwanderwege, Kanustrecken) einschließlich Maßnahmen der Nutzersensibilisierung und (multi-)medialen Informationsangeboten
    • Führungen, Audioguides, Apps und Websites zur Naturbeobachtung und -vermittlung
    • Naturlagerplätze, Waldzeltplätze, Trekkingcamps
    • Einrichtungen und Investitionen für Naturtourismusangebote zur Nutzung der o.g. Einrichtungen (z. B. Erstausstattung kommunale Verleihstation für Sportgeräte etc.)
    • Naturnah gestaltete Fitness- und Spielstationen an o.g. Einrichtungen.
  • Machbarkeitsstudien und Modellprojekte für Wander- und Rufbusse.

Die o.g. Fördertatbestände können miteinander kombiniert werden.

Zuwendungsempfänger

Bayerische Kommunen oder Zusammenschlüsse mehrerer bayerischer Kommunen nach Art. 17 bis 48 KommZG.

Zuwendungsfähige Ausgaben

Zuwendungsfähige Ausgaben sind

  • ausschließlich investive Ausgaben die zur Umsetzung der zur fördernden Maßnahmen erforderlich sind,
  • soweit es nicht Nr. 2 der Richtlinien ausdrücklich anders bestimmt (z. B. Personalausgaben, Sachmittel für Konzeption oder Machbarkeitsstudien)

Die Neuanlage von Wegen und Routen ist nur in begründeten Einzelfällen förderfähig.

Maßnahmen mit erheblich negativen Auswirkungen auf Natur und Umwelt sowie Maßnahmen zu deren Durchführung der Antragsteller selbst oder ein Dritter rechtlich verpflichtet ist, können nicht gefördert werden. Weitere nicht zuwendungsfähige Ausgaben sind in Nr. 5.3.2. der Richtlinien aufgeführt.

Art und Höhe

Die Förderung beträgt insgesamt maximal 200.000 € je Antragssteller. Bis zum Erreichen dieses Förderhöchstbetrags können verschiedene Anträge gestellt werden.

Nach Erreichen des Förderhöchstbetrags können innerhalb von fünf Jahren keine weiteren Förderungen nach diesen Richtlinien bewilligt werden.

Die Bagatellgrenze je Antrag beträgt 30.000 € bzw. 50.000 €.

Die Fördersätze betragen zwischen 30 und 50 Prozent (im Einzelfall bis zu 80 Prozent). Die Förderhöchstbeträge betragen je nach den beantragten Maßnahmen zwischen 30.000 € und 100.000 €. Wie hoch die Förderung im Einzelfall ausfällt, richtet sich nach den beantragten Maßnahmen.

Wird eine wirtschaftliche Tätigkeit gefördert bzw. handelt es sich bei der Förderung um eine Beihilfe, so kann die Förderung bei Vorliegen der jeweiligen Voraussetzungen z. B. nach der Allgemeinen De-minimis-Verordnung gewährt werden.

Für Sie zuständig

  • Regierung von Oberbayern - Sachgebiet 20 - Wirtschaftsförderung, Beschäftigung

    Ansprechpartner
    Schreiner, Christian
    Telefon +49 (0)89 2176-3889
    Fax +49 (0)89 2176-403889
    E-Mail

    Öffnungszeiten allgemein

    MO08:00 - 16:00 Uhr
    DI08:00 - 16:00 Uhr
    MI08:00 - 16:00 Uhr
    DO08:00 - 16:00 Uhr
    FR08:00 - 14:00 Uhr

    Öffnungszeiten auch nach Vereinbarung!

    Hausanschrift
    Maximilianstraße 39
    80538 München
    Postanschrift
    80534 München
    Telefon +49 (0)89 2176-0
    Fax +49 (0)89 2176-2914

Voraussetzungen

  • Beschreibung des Vorhabens mit einem (naturtouristischen) Gesamtkonzept über die Umsetzung der geplanten Maßnahmen und zur Erreichung der Zuwendungsziele gem. Nr. 4.7.1 der Richtlinien
  • Weitere dem Antrag beizufügende Unterlagen siehe unter „Erforderliche Unterlagen“

Verfahrensablauf

Als Antrag auf Zuwendungsgewährung ist das Formblatt unter „Formulare“ zu verwenden. Der Antrag ist zusammen mit den erforderlichen Unterlagen bei den jeweils örtlich zuständigen Regierungen einzureichen.

Fristen

Die Anträge sowie erforderliche behördliche Genehmigungen oder Zustimmungen von Eigentümern oder sonstigen Berechtigten sind jeweils sind vor Beginn des Vorhabens einzureichen bzw. einzuholen.

Mit dem Vorhaben darf nicht vor Entscheidung über den Antrag bzw. vor Zustimmung zum vorzeitigen Vorhabenbeginn begonnen werden. Als Beginn gilt grundsätzlich der Abschluss eines der Ausführung zuzurechnenden Lieferungs- und Leistungsumfangs.

Erforderliche Unterlagen

  • Beschreibung des Vorhabens mit einem (naturtouristischen) Gesamtkonzept

    Darzulegen sind insbesonders:

    • Beschreibung der Vorhaben sowie Zielsetzungen des Antragstellers
    • Bedeutung für den Standort und erhoffte Auswirkungen für die Region
    • Übersicht über geplante weitere touristische Vorhaben in der Gebietskörperschaft, die im Zusammenhang mit den beantragten Maßnahmen stehen
    • Ansatzpunkte für eine natursensible touristische Entwicklung in der Region
    • sofern beantragt: Arbeitsprogramm des Naturtourismusmanagements (sog. Koordinatoren)
    • Einbindung lokaler Interessensgruppen in die Konzeptentwicklung und -umsetzung
    • bei Naturparkgemeinden ist das Einvernehmen des Naturparkvereins sowie die Vereinbarkeit mit dessen Pflege- und Entwicklungsplan vorzulegen.
  • Beschluss des zuständigen Organs des Vorhabenträgers über die Durchführung des Vorhabens (Gremienbeschluss)
  • Finanzierungsplan zur Sicherung der Gesamtfinanzierung des Vorhabens einschließlich Wirtschaftlichkeitsberechnung bzw. Angaben zu Höhe und Finanzierung von Folgeausgaben
    (Bei Kommunen zusätzlich Muster 2 zu Art. 44 BayHO mit Beilagen gem. Nr. 3.2.1 VVK; Folgeausgaben sind insbesondere Betrieb und Unterhalt)
  • Erklärung, dass nach Prüfung des Antragstellers für die Durchführung der Maßnahme keine anderen Fördermittel in Anspruch genommen werden
  • Stellungnahme des örtlich zuständigen regionalen Tourismusverbands
  • Stellungnahme des zuständigen Landratsamts/der kreisfreien Stadt, sofern betroffen des Wasserwirtschaftsamtes, bei Maßnahmen nach Nr. 2.3 und Nr. 2.4
    (Stellungnahme, ob die öffentlich-rechtlichen Vorschriften beachtet sind, den Belangen des Umwelt- und Naturschutzes sowie der Wasserwirtschaft Rechnung getragen wird und die Nachfolgelasten getragen werden können)
  • Bei Baumaßnahmen, die in Anlage 4a zu Art. 44 BayHO genannten Unterlagen
  • Schriftliche Vereinbarung zw. Kommunen, sofern interkommunales Vorhaben ohne Zusammenschluss mehrerer bayerischer Kommunen
    (Handelt es sich um ein interkommunales Vorhaben, bei dem nicht ein Zusammenschluss mehrerer bayerischer Kommunen als Antragssteller auftritt, ist Zuwendungsempfänger die antragstellende Kommune und eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Kommunen über Art und Umfang der Kooperation beizufügen - siehe Nr. 3 Satz 2 und Nr. 6 Satz 6 der Richtlinien)

Formulare

  • Antrag auf Gewährung einer Zuwendung (Muster 1a zu Art. 44 BayHO)
  • Angaben zu den finanziellen Verhältnissen (Muster 2 zu Art. 44 BayHO)
  • Auszahlungsantrag (Muster 3 zu Art. 44 BayHO)
  • Verwendungsnachweis (Muster 4 zu Art. 44 BayHO)
  • Evaluierung zum Verwendungsnachweis zur FöRNatKom

Stand: 17.04.2020
Redaktionell verantwortlich: Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Verbraucherschutz (siehe BayernPortal)