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Nr. 030 vom 19.01.2012150 Millionen Euro 2011 in Oberbayern für Hochwasserschutz, Gewässerökologie, Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung
Für Hochwasserschutz, Gewässerökologie, Abwasserbeseitigung und Wasserversorgung von oberbayerischen Städten und Gemeinden flossen im letzten Jahr insgesamt über 150 Millionen Euro, davon rund 88 Millionen Euro vom Freistaat Bayern. Die weiteren Mittel stammten aus Kassen der EU, des Bundes, des Bezirks Oberbayern oder steuerten Städte und Gemeinden als Eigenanteil bei. Ausgeführt haben diese Projekte überwiegend Unternehmen der heimischen Bauwirtschaft. Oberbayerns Regierungspräsident Christoph Hillenbrand freut sich besonders über die deutlichen Baufortschritte beim Hochwasserschutz im Mangfalltal zwischen Feldkirchen-Westerham und Rosenheim: „Mit einem Bauvolumen von rd. 3,2 Millionen Euro sind wir dem Ziel, ausgedehnte Siedlungsbereiche und eine Vielzahl von Industrie- und Gewerbebetrieben vor Hochwasser zu schützen, einen weiteren Schritt näher gekommen. Der Bau von Deichen und Mauern sowie sonstigen Hochwasserschutzeinrichtungen ist mittlerweile zu fast 60 Prozent fertig gestellt. Von den ursprünglich 42.000 hochwassergefährdeten Einwohnern sind deutlich mehr als die Hälfte vor einem hundertjährlichen Hochwasser sicher.“
Für den Hochwasserschutz, die Wildbach- und Lawinenverbauung sowie die ökologische Verbesserung der Gewässer wurden in 2011 rund 75,1 Millionen Euro ausgegeben. Davon dienten 33,8 Millionen Euro der Erhaltung und Instandsetzung bestehender Anlagen. Insgesamt liefen auch im letzten Jahr wieder etwa 200 Baustellen für den Hochwasserschutz und den Schutz vor Wildbächen in Oberbayern. Besonders erfreulich wertet Hillenbrand die zusätzlichen 6,64 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes für Hochwasserschutzmaßnahmen. „Die fünf oberbayerischen Wasserwirtschaftsämter haben mit den Landratsämtern sowie den Städten und Gemeinden hervorragend zusammengearbeitet, damit die vom Bund zur Ankurbelung der Konjunktur für Oberbayern bereitgestellten Gelder in vollem Umfang verbaut werden konnten. So sind wir vor allem beim Hochwasserschutz an kleineren Gewässern wie etwa in der Stadt Schrobenhausen am Langenwiesbach, in der Stadt Penzberg am Säubach und durch den Bau von Rückhaltebecken in der Gemeinde Feldkirchen-Westerham erheblich schneller vorangekommen, als ursprünglich geplant.“
An der oberbayerischen Donau von Neuburg a.d.Donau über Ingolstadt bis Vohburg ist der Hochwasserschutz bis auf wenige, im Bau befindliche Restmaßnahmen abgeschlossen. Im Planfeststellungsverfahren für den Flutpolder Riedensheim wird demnächst durch die Regierung von Oberbayern der Planfeststellungsbeschluss erlassen.
Zehntausende von Münchner Bürgerinnen und Bürger kamen, um im August 2011 den Abschluss der Bauarbeiten für den Isarplan mitzufeiern. Seit Beginn der Bauarbeiten im Februar 2000 wurden auf einer Länge von 8 km 35 Millionen Euro für Hochwasserschutz, Ökologie sowie Freizeit und Erholung investiert. Ein großer Teil der beim Hochwasser 2005 stark beschädigten Isardeiche im Raum Freising – Moosburg ist mittlerweile saniert.
Schwerpunkte der Hochwasserschutzmaßnahmen werden auch heuer wieder die Fortführung der Deichsanierungsmaßnahmen an der Isar in diesem Abschnitt neben weiteren Deichbaumaßnahmen im Unteren Mangfalltal sein. Der Hochwasserschutz für Garmisch-Partenkirchen wurde mit Ausbaumaßnahmen an Kanker und Partnach vorangetrieben. Mit der Ertüchtigung des Sylvensteindammes, der für den Hochwasserschutz von Bad Tölz, München, Freising, Moosburg und Landshut unverzichtbar ist, konnte in 2011 begonnen werden. Für heuer ist die Sanierung des Dichtungssystems vorgesehen. Insgesamt werden für den Sylvensteindamm bis zum Jahr 2014 knapp 25 Millionen Euro aufgewendet werden.
An der Salzach wurde bei Fridolfing in 2011 die größte Deichrückverlegung in Oberbayern abgeschlossen. Auf einer Länge von 4,8 km wurde der Salzach hier wieder mehr Raum gegeben, eine ökologische Aufwertung der Salzachaue erzielt und nicht zuletzt günstig auf den Hochwasserabfluss eingewirkt. An der Traun wurde 2011 der letzte Abschnitt zum Hochwasserschutz von Traunstein weitergeführt, der heuer abgeschlossen wird. Für alle laufenden Maßnahmen ist die zügige Weiterführung im Jahr 2012 gesichert.
Im Zuge der Umsetzung des Gewässerentwicklungsplans Inn in den Landkreisen Mühldorf a.Inn und Altötting wurde im vergangenen Jahr mit dem Bau des Umgehungsbaches an der Staustufe Jettenbach begonnen. Dieses Kernstück der Inn-Renaturierung wird mit einer Länge von ca. 800 m eine der größten Maßnahmen dieser Art in Bayern werden. Hier wird nicht nur die an der Staustufe unterbrochene Verbindung im Inn wieder hergestellt, sondern auch ein bedeutender neuer Lebensraum und Laichgewässer geschaffen.
Neben diesen Maßnahmen an den größeren Flüssen in Oberbayern konnten in den letzten beiden Jahren rund 7 Millionen Euro aus dem Konjunkturpaket II des Bundes fast ausschließlich an kleinen Gewässern verbaut werden. 35 Städte und Gemeinden haben so einen Hochwasserschutz oder eine ökologische Aufwertung für ihre Gewässer erhalten. Maßnahmen, die ansonsten erst wesentlich später ausgeführt worden wären.
Auch in 2011 hat Oberbayern mit 44,4 Millionen Euro wieder einen erheblichen Anteil der bayerischen Fördermittel für Abwasser- und Wasserversorgungsanlagen erhalten. Diese Zuwendungen ermöglichten bei Städten und Gemeinden ein Investitionsvolumen im Bereich der Siedlungswasserwirtschaft von rd. 75,3 Millionen Euro und trugen dazu bei, die Belastungen der Bürgerinnen und Bürger in erträglichen Grenzen zu halten.


