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Nr. 650 vom 23.07.2010Theatinerkirche auch künftig in gelbem Ockerton
Die Theatinerkirche wird im Rahmen der für 2012 geplanten Fassadensanierung in einem gelben Ockerton gefasst. Dieser wird sich an einer freigelegten Farbfläche der ersten nachkriegszeitlichen Farbfassung der 1950er Jahre orientieren. Darauf einigte sich bei einem Ortstermin eine hochrangig besetzte Runde von Vertretern des Kultusministeriums und der Staatlichen Bauverwaltung, der Denkmalpflege, der Landeshauptstadt und der Kirche zusammen mit dem Münchner Ehrenbürger Professor Dr. Otto Meitinger unter der Moderation von Regierungspräsident Christoph Hillenbrand. Dieser Farbton verbindet das vertraute Erscheinungsbild einer in Gelbtönen leuchtenden Theatinerkirche, wie sie als Blickfang auf ungezählten Photos und Darstellungen der „Weltstadt mit Herz“ bekannt ist, mit ihren historischen Wurzeln. Auch die erste einheitliche Farbfassung der Kirche von 1853/54 hatte einen gelben, allerdings helleren Ockerton, einer Sandsteinfassade ähnlich. Der Beginn der Fassadensanierung ist für 2012 geplant.
An den Fassaden der im 17. Jahrhundert errichteten Theatinerkirche gibt es erhebliche Putz- und Anstrichschäden, die eine Sanierung erforderlich machen. In den letzten Jahren hatte es in der Öffentlichkeit immer wieder Diskussionen über die „richtige“ Farbe der Theatinerkirche gegeben. Dabei wurde insbesondere die Frage „gelb oder grau“ debattiert. Doch bereits im Rahmen einer 2007 durchgeführten Untersuchung der Fassade stellte das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege fest, dass nach uneinheitlichen Weißfassungen während der Bauphasen die erste einheitliche Farbfassung des gesamten Bauwerks von 1853/54 nicht grau, sondern ein heller gelber Ockerton war. Die Farbgebung von 1853/54 stand bereits in Zusammenhang mit dem Ensemble, wie es sich im Wesentlichen heute noch darstellt. Denn zu diesem Zeitpunkt war bereits das Schwabinger Tor abgebrochen und die Ludwigstraße angelegt.
Seit dem Anstrich von 1853/54 in einem Hellockerton sind bis heute weitere fünf Anstrichschichten nachweisbar: von 1921, 1937/38, 1949/50, 1961 und von 1969/71. Mit den ersten drei Renovierungsanstrichen wurde der Farbton jeweils etwas dunkler, was die Vermutung nahe legt, dass man das Erscheinungsbild der durch Verschmutzung jeweils nachgedunkelten Farbe erhalten wollte. Der Anstrich von 1961 dagegen erfolgte in einem hellen Gelbockerton, welcher der Farbfassung von 1853/54 sehr nahe kommt. Der Farbton des Anstrichs 1969/71 wurde wiederum etwas dunkler gewählt.
Anlage:
1 Foto (Regierung von Oberbayern) von der Hauptfassade der Theatinerkirche mit Farbmustern
Erläuterung zu den Farbflächen:
- rechts: Muster entsprechend der freigelegten Farbfläche der 1950er-Jahre (= ausgewählte Farbe für die anstehende Fassadensanierung)
- links: Muster entsprechend der Farbfassung der letzten Sanierung von 1969/71 (= jetzige Fassadenfarbe, jedoch ohne Verschmutzung und Verwitterung)


